Lorisidaelorises und Pottos

Loris und Pottos sind kleine (85 g - 1,5 kg), baumartige Primaten Afrikas und Asiens. Sechs Arten in 4 Gattungen bilden die Familie (früher bekannt als Loridae). Sie sind kleine Tiere, die heimlich Insekten anpirschen oder nachts nach Früchten suchen und den Tag in hohlen Bäumen verbringen oder sich an Ästen festklammern. Loris und Pottos klettern mit bewussten Hand-über-Hand-Bewegungen, ohne zwischen Ästen zu springen. Während ihre Handlungen normalerweise langsam und überlegt sind, sind sie in der Lage, sich bei Bedarf schnell zu bewegen. Die Hände und Füße von Loriden sind in der Lage, kräftig zu greifen, und diese Tiere bewegen sich an der Unterseite der Äste genauso leicht wie an der Spitze. Ihre Schwänze sind sehr kurz und scheinen bei einigen Arten zu fehlen.

Loris und Pottos haben ein dickes, wolliges Fell, das auf der Rückseite dunkler ist als die Bauchseite. Ihre Augen sind groß und nach vorne gerichtet.

Loris und Pottos sind wahrscheinlich eng mit derGalagidae, und manchmal wird diese Familie als eine Unterfamilie innerhalb der Lorisidae angesehen. In diesem Fall werden für diese Gruppen die Begriffe Lorisinae und Galaginae verwendet. Hier folgen wir der aktuellen Praxis und melden sie als separate Familien.



Loris und Pottos haben stark konstruierte Schädel mit gut definierten Schläfenkämmen. Die Hirnschale ist abgerundet und die vorderen (rostralen) Teile des Schädels reduziert. Ihre Umlaufbahnen sind nach vorne gerichtet. Postorbitale Prozesse sind vorhanden und breit, und die Jochbogen sind breit. Die Bullae sind nur mäßig aufgebläht, und der äußere Gehörgang geht in den Jochbeinast des Plattenepithels über. Der Gaumen endet hinter dem letzten Molaren.

Die Zähne von Loris und Pottos sind vielfältig und unterschiedlich spezialisiert. Wie in anderenStrepsirhines, desto niedrigerSchneidezähneund Eckzähne bilden eine kammartige Struktur. Die vorderste unterePrämolarensind hundeartig. Oberer, höherEckzähnesind lang und gut entwickelt, und die Backenzähne haben drei oder vier Höcker. DerZahnformelist 2/2, 1/1, 3/3, 3/3 = 36.

Auch die postkranielle Anatomie von Loris und Pottos ist recht hoch spezialisiert. Ihre Handgelenke scheinen für die 'armschwingende' Fortbewegung modifiziert zu sein, ähnlich wieHominoide. Vorder- und Hintergliedmaßen sind ungefähr gleich lang. An den Füßen, diehalluxundpollexsind gut entwickelt und im Gegensatz zu den übrigen Ziffern stärker als in den verwandtengalagos. Alle Finger haben Nägel mit Ausnahme des zweiten Hinterfußes, der eine typische Strepsirrhinen-Toilettenklaue hat. Der arterielle und venöse Kreislauf der Arme und Beine ist stark in Netzwerke von ineinander verschlungenen Gefäßen (Retia mirabilia) unterteilt, die den Austausch von Sauerstoff und Schlacken erleichtern und die Muskulatur über längere Zeit anspannen.

Der Fossilienbestand von Loris und Pottos reicht bis ins frühe Miozän zurück.

Technische Charaktere

Zitierte Literatur und Referenzen

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