Megadermatidaefalsche Vampirfledermäuse

Von Laurel Hester und Phil Myers

Megadermatiden sind mittelgroße bis große Fledermäuse mit einer Kopf- und Körperlänge von 6,5 bis 14,0 cm. Diese 'falschen Vampire' oder Gelbflügelfledermäuse haben ein ganz besonderes Aussehen, mit langen, aufrechten Nasenblättern (fleischiger Vorsprung aus der Nase) und riesigen Ohren. Echoortungsrufe werden durch die Nase getätigt, und das große Nasenblatt fokussiert den Ton und wirkt wie ein Megaphon. Megadermatide Ohren haben auch einen fleischigen Vorsprung, der Tragus genannt wird. Der Tragus wird in diese Familie eingeteilt, und die Ohren sind an der Basis durch einen Hautstreifen über der Stirn verbunden. Es gibt eine ausgedehnte Schwanzmembran (uropatagium), aber der Schwanz selbst ist kurz oder fehlt.

Die Familie der Megadermatiden umfasst 4 Gattungen und 5 Arten. Diese Fledermäuse kommen in den Tropen und Subtropen der Alten Welt vor: Zentralafrika, Südasien, die malaiische Region, Philippinen und Australien.

Diese Familie hat mehrere charakteristische Schädelcharaktere. Der Processus postorbitalis ist kurz oder fehlt, und es gibt breite Supraorbitalleisten. Das extrem reduziertePrämaxillaerscheinen fadenförmig und können bei der Schädelpräparation verloren gehen. Morphologen, die mit Schädeln arbeiteten, die für Museumssammlungen präpariert wurden, kamen ursprünglich zu dem Schluss, dass die Prämaxilla in dieser Familie fehlte, aber weitere Untersuchungen zeigten, dass dies falsch war.



Die vielleicht einfachste Methode zur Identifizierung eines Megadermatidschädels besteht darin, die Zähne zu untersuchen. Megadermatiden fehlt das ObermaterialSchneidezähne, und ihre großen Eckzähne haben einen sekundären Höcker. Megadermatid-Arten haben entweder 26 oder 28 Zähne: 2 untere Schneidezähne, 1 obere und 1 untereEckzahn, 1 oder 2 oberePrämolaren, 2 untere Prämolaren und 3 obere und untereBackenzähne. Die Backenzähne sind groß und haben eine modifiziertedilambdodontHöckermuster.

Megadermatiden fressen Insekten oder kleine Wirbeltiere, und trotz ihres gebräuchlichen Namens ernährt sich keiner von ihnen von Blut. Die fleischfressenden Arten fressen kleine Wirbeltiere: Fische, Frösche, Eidechsen, Vögel, Mäuse oder andere Fledermäuse. Eine Art (Kardioderma cor) sitzt auf einer Stange, lauscht auf Beute (eine passive Form der Echoortung) und stürzt sich dann auf den ahnungslosen Käfer, Tausendfüßler, Skorpion oder die kleine Fledermaus. Diese Art 'singt' auch, um ihr Nahrungsgebiet vor anderen Fledermäusen zu verteidigen.

Megadermatid-Flügel neigen dazu, kurz und breit (niedriges Streckungsverhältnis) mit einer relativ großen Fläche (geringe Flügelbelastung) zu sein. Dieser Flügeltyp ermöglicht eine gute Manövrierfähigkeit. Die zweite Flügelziffer hat nur eine Phalanx, aber die dritte hat zwei.

Fledermäuse dieser Familie nisten in Höhlen, Felsspalten, Gebäuden oder Bäumen. Schlafgewohnheiten variieren von einsam bis kolonial. Eine Art (Lavia frons) scheint monogam zu sein. Ein monogames Paarungssystem ist bei Fledermäusen und bei Säugetieren insgesamt ungewöhnlich.

Der Fossilienbestand dieser Familie reicht bis ins späte Eozän oder frühe Oligozän.

Technische Charaktere

Referenzen und zitierte Literatur:

Anderson, S. und J.K. Jones, Jr., 1984. Orders and Families of Recent Mammals of the World. John Wiley und Söhne, New York. 686 S.

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Nowak, Ronald M., 1994. Walkers Fledermäuse der Welt.Johns Hopkins University Press, Baltimore.

Vaughan, T. A., J. M. Ryan, N. J. Czaplewski. 2000. Mammalogie. Vierte Edition. Saunders College Publishing, Philadelphia. vii+565 S.

Mitwirkende

Laurel Hester (Autor), Phil Myers (Autor), Museum of Zoology, University of Michigan-Ann Arbor.